Außenperspektive: die „anderen“
Was kommt den Menschen
um Sie herum zuerst in den Sinn, wenn sie das Wort „hochsensibel“ hören? Sicher
sind auch Sie bereits Meinungen wie den folgenden begegnet: Hochsensible
Menschen – das sind doch die Überempfindlichen, die aus jeder Mücke einen
Elefanten machen, die ständig den Mimimimosen-Modus bemühen, alles auf die Goldwaage
legen und sich doch ganz einfach ein dickeres Fell zulegen sollten, anstatt
sich und anderen permanent das Leben schwer zu machen. Und überhaupt: das ist doch
nur eine Modediagnose, die es gar nicht wirklich gibt...
Dies wirkt hochgradig
unempathisch, doch ich habe dafür ein wenig Verständnis: das Konzept der Hochsensibilität
ist wissenschaftlich leider bei weitem nicht ausreichend anerkannt und erforscht.
Anders als z.B. ein Synästhet kann ein hochsensibler Mensch nicht einfach eine
wissenschaftlich fundierte Erklärung zücken und diese einem Skeptiker vor die
Nase halten.
Trotzdem wünsche ich mir, dass auch der letzte Skeptiker erkennt, dass das Phänomen Hochsensibilität, welches 15-20% der Menschen betrifft, eindeutig beobachtbar und erlebbar ist und dass es angemessen wäre, sich in Neugier und Wertschätzung darauf einzulassen. Es gibt keine Ausrede dafür, sich nicht ausreichend zu informieren.